25.06.2005 Rock'n'Röschti, Biezwil


Kurze Nacht und lange Leitung. Am Morgen danach trudelten wir so langsam im Restaurant ein, um unser Kater-Frühstück einzunehmen. Ursprünglich hatten wir uns auf 11 Uhr geeinigt. Aus irgendwelchen Gründen (die ein Musiker eigentlich gar nicht nachvollziehen kann) traf man (und Frau) sich schon eine Stunde früher. Wüste Bilder am Tisch, sahen doch einige von uns aus, als hätten sie im Tumbler übernachtet (Zitat Dave). Pat's Kopfweh hatte definitiv nichts mit Alkohol zu tun, ist er doch unser Vorzeige-Modell in Sachen Anstand. Nach zwei Alka Seltzer war er aber schnell wieder auf den Beinen. Wir vernahmen, dass sich in der Nacht merkwürdige Dinge ausser Haus abspielten. Gefährliche Telefonanrufe erschütterten das altehrwürdige Rössli. Mit "löööt mi inee" versuchte sich jemand auf grausame Weise Eintritt ins Hotel zu verschaffen. Aber halb so schlimm, es war unser alter Ego Marcel, der auch unter die Decke schlüpfen wollte. Irgendwie muss Andy die Bequemlichkeit seiner Autositze noch mal überdenken...
Das Morgenessen war denn auch eine Komödie sondergleichen, trafen wir doch Kari, unseren Wirt. Und ich sage euch, das ist schon eine Nummer. Als ehemaliger Pilot (i gloubes jetz no nid) hatte er die Ruhe aber raus. Ich hatte schon bedenken, dass er die Bohnen für meinen Kaffee noch selber mit dem Bunsenbrenner röstet, solange war er für ein Käfeli unterwegs. Und das mit zwei Gästen in der Gaststube. Herrlich! Der Butter schien auch älteren Datums, war dieser doch schon im Dezember 2004 Geschichte. Die Gipfeli hingegen sahen toll aus. Ein herzhafter Biss und... Naja, lassen wir das.
War da etwa die versteckte Kamera im Haus?
Die nächsten Stunden bis zum Soundcheck auf der Open-Air Bühne gestaltete jeder für sich, wir hatten ja Zeit ohne Ende. Didi, Marcel und Dave zogen auf dem Festivalgelände genüsslich ein „Konter-Wasser“ rein, Andy joggte durch die Wälder und Pat schlief noch ein wenig. Kurz nach 13 Uhr waren wir dann wieder komplett und machten es uns bei knackigen Rüebli (?..) in der Hostet gemütlich. Die P.A.- und Lichtcrew hatte ziemlich Verspätung, wir hatten schon wieder eine Party am Start und Didi’s Hormone spielten erneut verrückt. Langsam trafen auch unsere Kollegen von Morgenstern, der Soundtechniker Dani und die Hillstoner auf dem Areal ein. P.A. aufstellen und los ging es mit City6. Erste Hörproben unseres Soundchecks und schon verliess unser Freund Sepp (der Hof-Hund) das Gelände. Ein kurzer Regenschauer veranlasste uns zum X-ten mal unter die lässige Hoteldusche zu gehen. Wieder zurück im Backstage-Zelt hatten wir jede Menge Spass mit den Jungs von Morgenstern (merci Brö). Benny, der Backstage-Koch, gab alles und es wurde zu Tisch gerufen. Essen, trinken und warten. So sieht also der Rock'n'Roll Alltag aus.
So um 21 Uhr rum hechteten Morgenstern auf die Bühne und legten mit ihrem Set los. Die Band um den sympathischen Frontmann Markus Brönimann und Wahnsinns-Gitarrist Jann Krähenbüehl ist live schon ein Knüller. Inzwischen hatte es schon sehr viele Leute auf dem Gelände und die Stimmung war locker. Das schöne Wetter animierte ja auch zum Party machen. Nach einer kurzen Umbaupause dann der Supergau. Wir auf die Bühne und ab ging die Post. Wir hatten vom letzten Jahr hier noch eine Rechnung offen. Erstens hatte es in Strömen geregnet und zweitens war unsere Show auch nicht gerade der Brüller. Dieses Jahr war aber alles anders. Yeah, gute Show unsererseits und das honorierten die Fans mit grossem Applaus. Es war geil mit diesen Leuten abzurocken. Nach anderthalb Stunden und rund 1 Kg leichter war die Show zu Ende. Aber nur die Show! Was sich danach in unserem Backstage-Zelt abspielte war der Hammer. Nicht nur das Cöri und Core vom QL-Mörtsch im Zelt eintrafen, nein es bildete sich eine Schlange beim Eingang. Alle wollten sie unsere Demo-CD. Wir verkauften in kurzer Zeit alle CD's die wir da hatten und verteilten Autogramme ohne Ende. Rrrrrrrrrrrrrrrr, so könnte es also sein, wenn man bekannt ist... Schöööööööhhhhhhnnnnn.
Danke an alle neuen Fans, wir waren überwältigt!
Danach kurzer Load-In der Backline und ab an die Bar, wo wir mit Fans und Freunden noch ein wenig feierten. Von hier an schreibt nur noch mein Lieblings-Gitarrist Nr.2 Dave weiter, da ich plötzlich sehr müde wurde und mich schlafen legte.
Nach dem doch etwas längeren Bar-Aufenthalt verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und checkten noch im Hotel aus. Da nahm schon das nächste Drama seinen Lauf, warf doch irgendein Bassist der Band seinen Schlüssel in den falschen Briefkasten. Unzählige Telefonate am nächsten Tag sollten die Folge sein. Anyway, wir fuhren zügig Richtung Proberaum um ohne Didi (schlafend in Andy’s Jeep...) den Bus auszuladen. Wir mussten wiederholt feststellen, dass wir inzwischen über viel Equipment verfügen... Aber auch diese Aktion hatte ein Ende und wir machten uns so um halb fünf auf den Heimweg. Ich lag noch lange wach im Bett und liess die Highlights dieser zwei Tage durch den Kopf gehen. Unglaublich!
Für das unvergessliche Wochenende und die zwei geilen Shows bedanken wir uns herzlichst bei Stöffu und Koschi und der ganzen Hillstone-Crew, unseren Soundtech’s Phippu Gerber und Dani Thomann, Morgenstern und Crew (merci Pädu), Yvonne und Moni (merci für aues), Isa für’s Foto machen und Backline ausladen, Kari dem Kult-Wirt und natürlich bei dem unglaublichen Publikum von Biezwil.
Seid gewarnt, wir kommen wieder!


Eintrag von Didi und Dave



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